Annegret Müller-Bächtle

Heilkräutertherapie mit chinesischen Heilkräutern

Für mich und für viele Pflanzenheilkundler sicher der größte Schatz an Wissen und
Gesundungspotenzialen innerhalb der Traditionellen Chinesischen Medizin = TCM.
Alle Kräuter werden nach ihrer inneren Energetik, d.h. in Kalte, Warme, Heisse oder
Neutrale eingeordnet.  Wir sehen das gleiche Schema auch in der Ernährungslehre (Siehe dort).

Die Kräuter werden den 5 Wandlungsphasen und damit den Organsystemen zugeordnet.
In diesem oder in mehreren Organsystemen entfalten sie dann ihre Hauptwirkung.

Sie werden klassifiziert, ob sie im Körper eher auf oder abwärts auf den Qi-Fluss wirken (aufwärtsgerichtete Kräuter wären bei Schwangerschaftserbrechen kontraindiziert, abwärtsgerichtete Kräuter z. B. bei Durchfällen nicht anzuwenden!)
Es gibt Yin mehrende und Yang mehrende oder Qi mehrende Kräuter. Es gibt Kräuter gegen Parasiten und, da die Chinesen früh erkannten, dass es Bakterien und Pilze und Viren geben muss, ohne diese sehen zu können, gibt es hochwirksame antibakteriell oder gegen Pilze und Viren wirkende Kräuter.Die Inhaltstoffe der Pflanzen werden seit vielen Jahren, so wie bei uns auch, wissenschaftlich untersucht.

Auf der Grundlage des bei der Diagnosestellung entwickelten Musters werden die Kräuter zumeist in Mischungen verschrieben. Ein einzelnes Kraut zu verabreichen ist extrem selten, da gerade die Wechselwirkungen und das Sich-Gegenseitig-Ergänzen der
Kräuter die bessere Heilwirkung erzeugt. Es gibt in der Regel ein Hauptkraut, dem einige es unterstützende sogenannte
Nebenkräuter zu Seite gestellt werden. Damit der Zielort im Körper auch leichter getroffen wird, verwendet man Kräuter,  welche die Mischung zum Zielort bringen und meist ein oder zwei Kräuter, die die Mischung harmonisieren.

Ein kleines Beispiel hierfür ist eine einfache Mischung aus 4 Kräutern:
 Si ni san, Pulver gegen 4 Kontravektionen, mit dem der Qi- Fluss harmonisiert wird:

Radix Bupleurum

Hauptwirkkraut mit Wirkung auf das kleine Yang,
Stauungen lösend

Radix Paeonia lactiflora alba

Unterstützend , Stauungen lösend, Schmerz stillend

Fructus Citri immaturus

Unterstützend, den Qi-Fluss harmonisierend,
Verdauung normalisierend

Radix Glycyrrhizae

Harmonisierend, Qi-Fluß ausgleichend

Die Pflanzenheilkunde ist eine der Hauptsäulen der TCM-Therapie.
Bei einigen Fachbereichen,  z.B. der Gynäkologie und auch bei der Kinderheilkunde, ist sie für mich
Mittel der Wahl.

Die Verabreichung der Kräuter erfolgte zumeist als sog. Dekokte, Aufkochungen,
die vom Patienten selber vorgenommen werden müssen.
Seit einiger Zeit werden aber die Kräuter in qualitativ hochwertiger Form entsprechend den
Qualitätskriterien des deutschen Arzneimittelgesetz als Granulate oder in Kapselform angeboten.

Der Patient/in muss diese Granulate nur in warme Flüssigkeit einrühren, der zum Teil sehr
bittere Geschmack der Dekokte ist hierbei auch vermindert.

Einige Standartmischungen werden auch als Tabletten angeboten.

 

 

 

 

annegret@naturheilpraxis-mueller-baechtle.de, Tel. 07381-500075